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#E12 - Franz Marc, von Johannes Oliver Hamm - DE

„Er suchte mit dem Blick“

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Season 1, episode 33
4 min / Published

Franz Marc

„Er suchte mit dem Blick“.

Franz Marc wurde 1880 in München geboren und stammt aus einer Familie, in der die Kunst einen wichtigen Platz einnimmt. Sein Vater ist Professor für Malerei. Seine religiöse Mutter beeinflusste den jungen Franz jedoch zunächst: Er sollte Pfarrer werden! Schließlich wendet er sich nach dem Ende seiner Jugend der Philosophie zu. 

Bis 1899, als Franz Marc zum Militärdienst eingezogen wird. Als er ein Jahr lang in einem Artillerieregiment diente, entdeckte er eine neue Leidenschaft: Pferde. Im Jahr 1900 besuchte er die Kunstschule in München, aber der sehr klassische Unterricht machte ihm zu schaffen. Auf zwei Reisen nach Frankreich entdeckte er schließlich neue künstlerische Horizonte, die ihn mehr ansprachen: Courbet, Delacroix, Van Gogh, die Impressionisten und die Kubisten. 

Die Begegnung mit mehreren anderen deutschen Malern prägt ihn für sein Leben. Dazu gehören August Macke und vor allem Wassily Kandinsky, mit dem er 1911 eine avantgardistische Künstlergruppe, den Blauen Reiter, gründet. Hier entfaltete sich seine doppelte Leidenschaft für Pferde und Malerei... Doch dieser schöne kreative Schwung wurde durch den Krieg jäh unterbrochen. Anfang 1916 wurde das Regiment von Franz Marc in Verdun eingesetzt. 

Seit mehreren Stunden sucht Franz Marc auf seinem Pferd einen geeigneten Weg für die Munitionskolonne seines Artillerie-Regiments. Hier und da fallen einige Granaten in der Gegend von Braquis.

An diesem 4. März 1916, einem Samstag, kann der deutsche Maler nicht umhin, die Côtes de Meuse in der Ferne zu betrachten, die zu dieser Tageszeit bläulich schimmern. Franz Marc hat diese Farbe zur Farbe des Spirituellen und der Männlichkeit gemacht. Eine Männlichkeit, die ihn 1914 dazu brachte, sich willig in den Krieg zu stürzen … 

Aber die Kämpfe sind nun schon seit eineinhalb Jahren im Schlamm der Schützengräben festgefahren. Die Illusionen der Erneuerung des modernen Menschen durch den Krieg haben sich in Luft aufgelöst. Im September 1914 nahm der Konflikt ihm plötzlich seinen Freund, den Maler August Macke, wie er selbst eine Säule der expressionistischen Strömung des Blauen Reiters. 

Auch musste er unzählige Pferde, das Hauptthema seiner Werke, leiden und sterben sehen. Und doch haben die ersten Erfolge zu Beginn der Schlacht von Verdun bei ihm die irrsinnige Hoffnung auf einen entscheidenden Sieg geweckt …

 

#DestindeVerdun, ein Podcast, geschrieben und produziert vom Team des Mémorial de Verdun : Nicolas Czubak, Quentin Poulet und Charles Poisson

Textadaption für Audio : Delphine Peresan-Roudil und Florence Guionneau-Joie

Sprecher : Johannes Oliver Hamm

Produktion : FGJ/Art Expo - Postproduktion : Plissken Production - Aufnahme : Hope So Production

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DESTINS DE VERDUN
Des histoires à hauteur d'Hommes plongés dans la grande Histoire
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